Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
27. Juni 2012 3 27 /06 /Juni /2012 08:39

Dieses Jahr können sie eine alte Bekannte im Berggarten in einer großen Vielfalt erleben. Die Gärtner geben in einer Ausstellung im und am Subtropenhof einen schönen Einblick in das Leben und die Fülle der Fuchsie.

Vor über 300 Jahren unternahm der Pater Charles Plumier im Auftrag Ludwigs des XVI eine Reise nach Südamerika. In Santo Domingo entdeckte und beschrieb er das erste Mal eine Pflanze die er Fuchsia triphylla flore coccineo nannte. Den Namen Fuchsia erhielt sie zu Ehren Leonhard Fuchs (1501-1566) einem deutschen Botaniker der als einer der Väter der Pflanzenkunde gilt und über 50 Bücher zu botanischen Themen verfasst hat. Der weitere Name der Pflanze beschreibt quasi ihr Aussehen – triphylla = dreiblättrig, flore coccineo = scharlachblütig. Heute ist der gültige botanische Name Fuchsia triphylla. 


089

 

Die zu den Nachtkerzengewächsen (Onagraceae) gehörende Fuchsie hat ihr größtes Verbreitungsgebiet in den Bergwäldern Mittel- und Südamerikas. Nur wenige Arten kommen auf Neuseeland und Tahiti vor. Mit der Einführung der Pflanze in Europa erlangte die Fuchsie schnell eine große Beliebtheit dies führte dazu, dass es heute in den günstigen Klimaten von Südengland, Schottland und Irland zu sogenannten Gartenflüchtlingen gekommen ist und man schöne Wildbestände der Fuchsie – meist Fuchsia magellanica – antreffen kann.

 


130.jpg

 

Die Pflanze verholzt generell und bildet so mehrjährige Sträucher die in ihrer Größe allerdings extrem unterschiedlich sein können. So entwickelt sich Fuchsia procumbens nur wenige Zentimeter in die Höhe und Fuchsia excorticata schafft es auf stattliche zehn Meter. Auch in der Blütengröße gibt es diese Unterschiede von Zwergen und waren Giganten. Die Züchter taten dann noch ihr übriges, so dass man sich heute aus ca. 7000 Fuchsiensorten seinen Liebling aussuchen kann.


173.jpg

 

Fuchsien eignen sich besonders für Balkone oder Terrassen, die nach Norden ausgerichtet sind. Sie zählen dabei zu den wenigen Arten, die in einem regenreichen Sommer noch üppig Blüten tragen, da sie am besten bei einer Temperatur zwischen 16 und 24 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit verkümmern die Knospen und das Laub fällt vorzeitig ab. Der Wurzelballen sollte außerdem nicht austrocknen. Eine besonders schöne und auffällige Form Fuchsien zu ziehen ist der Hochstamm – hier hat man die Blüten auf Augenhöhe und kann dabei wunderbar beobachten wie gerade ungefüllte Blüten von Hummeln besucht werden.


356px-Fuchsia_triphylla.jpg

 

Zum medizinischen Nutzen gibt es heute noch kaum Erkenntnisse. Man weiß allerdings das sich die Maorifrauen Neuseelands den blauen Blütenstaub zu nutze machten und sich damit bemalten. Die Blüten und Früchte aller Fuchsien sind essbar, sind allerdings sehr unterschiedlich im Geschmack, so dass man sich einmal durchprobieren muss, um Wohlschmeckende Sorten zu finden. In England wird dann aus diesen Früchten Gelee, Kuchen, Likör oder Saucen hergestellt. Lassen sie doch einfach mal ihre Fuchsie Früchte tragen und experimentieren sie ein wenig.

Text und Fotos: Sven Kappel

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Büro für Naturetainment
Kommentiere diesen Post

Kommentare